Impfungen

Wogegen impft man und wie oft?

Impfungen mit System schützen den Bestand
Impfungen mit System schützen den Bestand

Impfen ja, aber bitte richtig!

Die Frage nach dem korrekten Impfmanagement für Pferde ist nicht immer leicht zu beantworten. Welche Impfungen sinnvoll sind und wann sie durchgeführt werden sollten, möchte ich Ihnen hier erklären.

Bitte beachten Sie, dass zu einer korrekt durchgeführten Impfung stets eine kurze Allgemeinuntersuchung gehört, da nur gesunde Pferde wirklich impffähig sind. So können Impfreaktionen und ggf. Nebenwirkungen deutlich reduziert werden.

Generell bieten Impfungen keinen 100%igen Schutz vor einer Erkrankung, sie können jedoch die Symptome deutlich mindern und für einen milderen Krankheitsverlauf sorgen.

 

Impfungen gegen die folgenden Krankheiten werden routinemäßig durchgeführt:

Tetanus / Wundstarrkrampf

Der Wundstarrkrampf (Tetanus) wird durch ein Bakterium (Clostridium tetani) hervorgerufen, welches überall in der Umgebung eines Pferdes, im Boden oder Schmutz vorkommt. Aufgrund der weiten Verbreitung dieses Erregers, besteht nach Verletzungen immer die Möglichkeit einer Tetanus-Infektion – insbesondere bei kleineren Läsionen, die häufig erst spät erkannt werden. Im Verhältnis zum Menschen und anderen Tieren, sind Pferde für diese Erkrankung besonders empfänglich.

Die Therapie des Wundstarrkrampfes ist extrem schwierig und die meisten Pferde überleben eine Tetanus-Infektion nicht.

Daher sollte die Impfprophylaxe gegen Tetanus für jeden Pferdebesitzer selbstverständlich sein!

 

Impfschema:

1. Erstimpfung  

2. Impfung nach 4-6 Wochen

3. Impfung nach 1 Jahr, Auffrischung alle 2 Jahre 

 

 

 

Influenza / Pferdegrippe

Influenza ist eine Virusinfektion, die sich als Atemwegserkrankung darstellt (wässriger Nasen- und Augenausfluss, trockener Husten, Fieber, Gefahr einer bakteriellen Sekundärinfektion). Die Übertragung erfolgt als Tröpfchen-Infektion – insbesondere bei hoher Pferdedichte. Aufgrund der hohen Kontagiosität ist die Gefahr einer schnellen Ausbreitung gegeben. 

Durch regelmäßige Impfungen können Infektionen nicht immer verhindert werden, sie verlaufen in der Regel aber wesentlich milder als bei ungeimpften Tieren. Aufgrund der andauernden Veränderung der Virusstämme werden die Impfstoffe ständig überarbeitet und den Anforderungen angepasst.

Abgesehen vom Risiko chronische Hustenerkrankungen auszulösen,  kann Influenza zu Herzschäden und bei nicht geschützten Pferden zu Todesfällen führen.

Auf  nationalen und internationalen Pferdesportveranstaltungen ist der Influenzaimpfschutz schon vorgeschrieben und für einen Turnierstart zwingend erforderlich. 

 

Impfschema:  

 

1.  Erstimpfung  

2.  Impfung nach 28-70 Tagen

3.  Impfung nach 6 Monaten

 

Da der Impfschutz nach einem halben Jahr langsam nachlässt und nach etwa einem Jahr meist nur noch schlecht ist, sollte regelmäßig nach 6 Monaten - maximal nach 12 Monaten - nachgeimpft werden.

 

Hinweise zur aktuellen Impfvorschrift im Turniersport finden Sie unter "Aktuelles"

Equines Herpes-Virus (EHV)

Die Herpesinfektion des Pferdes ist ebenfalls eine Viruserkrankung, die in verschiedenen Formen auftritt. Von besonderer Bedeutung sind beim Pferd die Virus-Stämme  EHV-1- und  EHV-4. Sie rufen unterschiedliche Krankheitsbilder hervor:

 

1. Virusabort oder Geburt lebensschwacher Fohlen: EHV 1 (+ EHV 4)
2. Fieberhafte Atemwegserkrankung (Rhinopneumonitis): EHV 4 + 1
3. Erkrankung des Nervensystems mit Koordinationsstörungen und Lähmungen (paretisch-paralytische Form): EHV 1 + 4

 

Zu 1): Virusabort

Ein durch Herpesviren verursachter Abort tritt meist zwischen dem 7. Trächtigkeitsmonat und dem Abfohl-Termin auf (Spätabort).

Die betroffene Stute zeigt dabei in der Regel keine Krankheitssymptome. Lebensschwache Fohlen sterben trotz Intensivtherapie meist wenige Tage nach der Geburt.

 

Zu 2): Rhinopneumonitis: 

Die Erkrankung manifestiert sich vor allem in den oberen Luftwegen unter Umständen auch in einer Lungenentzündung. Symptome sind hohes Fieber, sowie Husten, Nasen- und Augenausfluss. Unter Umständen kann es zu einer bakteriellen Sekundärinfektion kommen.

 

Zu 3): Paretisch-paralytische Form

Die am meisten gefürchtete Verlaufsform ist die Erkrankung des Nervensystems (paretisch-paralytische Form*). Zu Anfang findet häufig eine kurze Fieberphase, oftmals unbemerkt, statt. Einige Tage danach werden plötzlich auftretende Koordinationsstörungen, schwankender Gang und Lähmungen beobachtet, die insbesondere die Hinterhand betreffen. Vereinzelt kommt es zu Blutungen in das Rückenmark.  *Parese = teilweise Lähmung; Paralyse = vollständige Lähmung

 

Sowohl EHV-1 als auch EHV-4 persistieren nach der Erstinfektion lebenslang im Körper und können bei einer Schwächung des Immunsystems z.B. durch Stress erneut ausbrechen. Die Übertragung erfolgt als Tröpfcheninfektion bzw. bei Aborten auch über Fetus, Fruchtwasser und Nachgeburt. Auch Pferde, die offensichtlich keine Symptome zeigen können das Virus in sich tragen und andere Tiere infizieren.

Eine Impfung kann eine Infektion nicht sicher verhindern, jedoch die Symptome der Erkrankung erheblich verringern.

 

Impfschema:  

1. Erstimpfung  

2.  Impfung nach 4-8 Wochen

3. Wiederholungsimpfung alle 6 Monate

 

Eine Impfung gegen das Herpes-Virus sollte in Zuchtbetrieben und immer auf Bestandsebene erfolgen!

 

Tollwut

Tollwut ist eine durch Viren hervorgerufene akute meist tödlich endende Infektionserkrankung des Gehirns, die beim Pferd selten auftritt, da es nicht der klassische Überträger ist. Wildtiere und Nager aber auch infizierte Hunde und Katzen können eine Infektionsquelle darstellen. Die Übertragung der Tollwut erfolgt durch den Speichel eines Virusträgers, der über eine Haut- oder Schleimhautverletzung in den Körper gelangt. Die klinischen Symptome bestehen in Wasserscheue (Hydrophobie), Speichelfluss, Schlingkrämpfen und Sehstörungen sowie in Toben und/oder Lähmungen. Eine Einteilung wird in rasende oder stille Tollwut vorgenommen. Tritt eine Erkrankung ein, so ist sie fast immer tödlich. Tollwut ist in Deutschland anzeigepflichtig! Therapieversuche bei Tieren sowie die Schlachtung krankheitsverdächtiger Tiere sind gesetzlich untersagt. Erkrankte Tiere müssen getötet werden.
 

Eine Impfung ist  in Deutschland bei Pferden generell nicht notwendig, solange kein neuer Krankheitsausbruch erfolgt. Da es aber keine Therapie gibt, ist die prophylaktische Impfung in Tollwut gefährdeten Gebieten empfehlenswert, wenn die Pferde auf die Weide kommen.
 

 

Dermatophytose (Hautpilz)

Inzwischen ist es auch möglich Hautpilzerkrankungen prophylaktisch und therapeutisch durch eine Impfung entgegenzuwirken. 

 

Impfschema:

 

  1. Erstimpfung
  2. Wiederholung nach 2 Wochen
  3. jährliche Auffrischung